{"id":9073,"date":"2023-05-01T15:10:24","date_gmt":"2023-05-01T13:10:24","guid":{"rendered":"https:\/\/test.asta-hannover.de\/?p=9073"},"modified":"2024-02-15T22:03:30","modified_gmt":"2024-02-15T21:03:30","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/its-all-about-identity-kritisches-ueberlegen-zum-verhaeltnis-von-identitaet-politik\/","title":{"rendered":"","raw":""},"content":{"rendered":"","protected":false,"raw":""},"excerpt":{"rendered":"","protected":false,"raw":""},"author":5,"featured_media":9089,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_de_post_content":"<!-- wp:paragraph {\"align\":\"right\",\"fontSize\":\"large\"} -->\n<p class=\"has-text-align-right has-large-font-size\"><strong>04.05.23 bis 04.06.23<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:image {\"sizeSlug\":\"large\"} -->\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img src=\"https:\/\/www.asta-hannover.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/identity-header.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<!-- \/wp:image -->\n\n<!-- wp:paragraph {\"backgroundColor\":\"base\",\"fontSize\":\"small\"} -->\n<p class=\"has-base-background-color has-background has-small-font-size\">Alle Veranstaltungen der Reihe sind f\u00fcr alle offen und ohne Eintritt<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In den letzten Jahrzehnten haben sich gesellschaftliche Wahrnehmungsmuster sozialer Ungleichheiten zunehmend ver\u00e4ndert und unter anderem zu einem Zuwachs verschiedenster Identit\u00e4tspolitiken gef\u00fchrt, durch die die gesellschaftliche Diskriminierung marginalisierter Gruppen st\u00e4rker fokussiert und kollektiv um soziale Anerkennung gestritten werden soll.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Insbesondere mit dem Erstarken neurechter Bewegungen und ihrer ethnopluralistischen Ideologie, in der der Verlust einer vermeintlichen nationalen und kulturellen Identit\u00e4t bef\u00fcrchtet wird, gerieten identit\u00e4tspolitische Konzepte und Praktiken immer st\u00e4rker in die Kritik. Die Debatten um Identit\u00e4tspolitik reichen allerdings inzwischen auch in linke Bewegungen und werden hier vor dem Hintergrund autorit\u00e4rer Ausschlusspraktiken, einer Angleichung an neoliberale Herrschaftsverh\u00e4ltnisse und einer Partikularisierung sozialer Bewegungen kontrovers gef\u00fchrt.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe sollen die gesellschaftlichen Ursachen des Bedeutungszuwachses von Identit\u00e4t untersucht und ein kritischer Blick auf die Theorie und Praxis von Bewegungen geworfen werden, die sich affirmativ auf sie beziehen. Der Fokus liegt dabei auf einer selbstkritischen Besch\u00e4ftigung mit linken Identit\u00e4tspolitiken, die aufgrund einer polemisierten Debatte entweder vermieden oder dogmatisch gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Anstelle einer Echauffierung \u00fcber Teile der politischen Linken soll eine produktive Debatte entstehen, aus der inhaltlich gest\u00e4rkt hervorgegangen werden kann.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Im ersten Teil der Veranstaltungsreihe wird kritisch in das Konstrukt Identit\u00e4t eingef\u00fchrt. Darauf folgt eine Auseinandersetzung mit gegenw\u00e4rtigen geschlechtlichen und ethnischen Identit\u00e4tspolitiken, bzw. den Leerstellen und Fallstricken zentraler politischer Wahrnehmungs- und Argumentationsmuster. Auch autorit\u00e4re Tendenzen innerhalb identit\u00e4tspolitischer Bewegungen sollen hier beleuchtet und gesellschaftlich eingeordnet werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ein \u00dcberblick \u00fcber die Veranstaltungen findet sich hier. Kommt vorbei \u2013 Let\u00b4s reunite!<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Sehnsucht nach Identit\u00e4t. Zur Sozialpsychologie eines affektiv hochbesetzten Konstrukts<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"left\"} -->\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>04.05. 19Uhr, Pavillon<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Vortrag<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Der Begriff \u201eIdentit\u00e4t\u201c ist ein inflation\u00e4r verbreitetes Modewort geworden. Sein Reiz liegt dabei in seiner Unbestimmtheit, die ihn letztlich gegen alles, was als nicht- identisch gilt einsetzbar macht. Vor allem in der Beschw\u00f6rung einer kollektiven, also einer nationalen, kulturellen oder einer geschlechtlichen Identit\u00e4t wird diese Gefahr deutlich. Der Identit\u00e4tsbegriff suggeriert dabei das Vorhandensein klarer Differenzen und eine wesensm\u00e4\u00dfige Einheit mit sich selbst beziehungsweise mit der eigenen Gruppe. Die ersehnte innerer Homogenit\u00e4t, Reinheit und Widerspruchsfreiheit kann aber nur durch die Ausgrenzung und Verfolgung derjenigen erreicht werden, die l\u00e4ngst als nicht dazugeh\u00f6rig definiert und gerade deshalb als bedrohlich empfunden werden. Dabei wird verkannt, dass \u201einnen\u201c und \u201eau\u00dfen\u201c, \u201eEigenes\u201c und \u201eNicht-Eigenes\u201c je nach ideologischen Vorgaben konstruiert werden. Das \u00f6ffnet T\u00fcr und Tor f\u00fcr einfache Welterkl\u00e4rungsmuster und demagogische Heilsversprechungen. Der Vortrag wird diesen Fallstricken des Identit\u00e4ts-Begriffs aus einer sozialpsychologischen Perspektive nachgehen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Prof. Dr. Rolf Pohl war bis 2017 Hochschullehrer f\u00fcr Sozialpsychologie am Institut f\u00fcr Soziologie an der Leibniz Universit\u00e4t Hannover. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten geh\u00f6ren im Bereich der Politischen Psychologie die Themen NS-T\u00e4ter, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Sexismus, M\u00e4nnlichkeit, sexuelle Gewalt und m\u00e4nnliche Adoleszenz.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Identit\u00e4t als Reale Fiktion<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Vortrag<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"left\"} -->\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>10.05. 19Uhr, <strong>Raum 1502.013 (K\u00f6nigsworther Platz 1, 30167 Hannover)<\/strong><\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die Erfahrung gesellschaftlicher Desintegration bringt die Sinnfragen, \u201eWer sind wir? Wo kommen wir her? Wer ist schuld?\u201c heute in einer radikaleren Form in das Alltagsbewusstsein zur\u00fcck. Die Ausgangsfrage \u201eWer sind wir?\u201c sei zwar leicht zu stellen, meint Claussen (1994), aber schwer zu beantworten, wenn man sich mit der Sinnplombe \u201eIdentit\u00e4t\u201c nicht zufriedeng\u00e4be.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Dieser Vortrag beleuchtet die Bedeutsamkeit \u201eethnischer Identit\u00e4ten\u201c als normative politische Kategorie, reflektiert aber zugleich ihre Unbrauchbarkeit als analytische Kategorie, die komplexe Gemengelagen von Anerkennungsk\u00e4mpfen und Vergemeinschaftungsprozessen nicht zu entschl\u00fcsseln vermag.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Am Beispiel der Entstehung von \u201e,Ethnizit\u00e4t\u201c wird in diesem Beitrag gezeigt, dass es sich beim wirkm\u00e4chtigen Stichwort \u201eIdentit\u00e4t\u201c um reale Fiktionen handelt: sie brauchen keine empirische Basis, entbehren analytischen Gehalt, basieren auf subjektivem Glauben, haben jedoch eine objektive Wirkungsmacht.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>PD Dr. habil. Nina Clara Tiesler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut f\u00fcr Soziologie der Leibniz Universit\u00e4t Hannover und affilierte Forscherin am Institut f\u00fcr Sozialwissenschaften der Universit\u00e4t Lissabon. Sie promovierte \u00fcber Identit\u00e4tspolitiken von Muslim:innen in Europa und entwickelte in ihrer Habilitationsschrift die analytische Prozesskategorie der Ethnoheterogenese. Am ISH unterrichtet sie Soziologische Theorie.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Diversit\u00e4t der Ausbeutung \u2013 Zur Kritik des herrschenden Antirassismus<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Buchvorstellung <\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>12.05., 19 Uhr, Kulturzentrum Faust \u2013 Warenannahme<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In Deutschland wird von Antidiskriminierungsstellen bis zur radikalen Linken ein liberaler Rassismusbegriff vertreten, der vor allem auf Repr\u00e4sentation, Inklusion und Diversit\u00e4t setzt. Wie Klasse und Rasse zusammenh\u00e4ngen, wird aktuell so gut<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>wie nicht diskutiert. Der Sammelband \u201eDie Diversit\u00e4t der Ausbeutung\u201c will diesen Fundus heben, indem historische und aktuelle Diskussionen aus dem englischsprachigen Raum rezipiert sowie aus deutschsprachigen marxistischen Wissensarchiven aktualisiert werden. Gleichzeitig bietet das Buch eine politische Intervention in die aktuelle liberale und identit\u00e4tspolitische Debatte um strukturellen und institutionellen Rassismus \u2013 ob auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Polizei \u2013 und pr\u00e4sentiert einen marxistischen Antirassismus in Theorie und Praxis.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Bafta Sarbo ist Sozialwissenschaftlerin. Sie lebt in Berlin und besch\u00e4ftigt sich mit marxistischer Gesellschaftskritik, (Anti-)Rassismus, Migration und Polizeigewalt. Politisch ist sie unter anderem aktiv im Vorstand der <a href=\"https:\/\/isdonline.de\/\">Initiative Schwarze<\/a> <a href=\"https:\/\/isdonline.de\/\">Menschen<\/a> in Deutschland. Bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung gibt sie Kurse zum Marxschen Kapital.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Critical Whiteness \u2013 Entsolidarisierungen im Antirassismus?<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Vortrag<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>15.05., 19Uhr, UJZKorn<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Der Vortrag f\u00fchrt ein in das Konzept von Critical Whiteness und problematisiert die damit verbundene Identit\u00e4tspolitik im Feld des Antirassismus. Er m\u00f6chte zeigen, dass das dominante US-Konzept der wei\u00dfen Vorherrschaft gro\u00dfe Teile der Geschichte des europ\u00e4ischen und insbesondere des deutschen Rassismus \u00fcbersieht und als Theorieimport, der in Deutschland allm\u00e4hlich hegemonial wird, diese Geschichte sogar unsichtbar macht. Dabei wird argumentiert, dass Rassismus kein identit\u00e4res Projekt ist, auch wenn er Identit\u00e4ten produziert, sondern ein Instrument zur ungerechten Verteilung von Rechten und Ressourcen. Es geht nicht so sehr um Zugeh\u00f6rigkeiten und entsprechende Privilegien, sondern um die Produktion von Entrechtung, die zu diesen Verh\u00e4ltnissen f\u00fchrt. In den Identit\u00e4tspolitiken der letzten Jahre werden zunehmend autorit\u00e4re und von Widerspr\u00fcchen befreite Formen der Politik sichtbar, deren Konsequenzen f\u00fcr ein solidarisches Handeln gemeinsam diskutiert werden sollen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Massimo Perinelli ist Historiker, Autor und Publizist, Podcaster und Aktivist in postmigrantischen Initiativen. Seit 2016 arbeitet er als Referent f\u00fcr Migration bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin. Von 2001 bis 2015 hat er an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln zur Geschichte des Films, zu K\u00f6rper- und Sexualit\u00e4tsgeschichte und zu US- Geschichte gelehrt und geforscht. Er ist langj\u00e4hriges Mitglied von Kanak Attak, Mitbegr\u00fcnder der K\u00f6lner Initiative \u201eKeupstra\u00dfe ist \u00fcberall\u201c und hat das Tribunal<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>\u201eNSU-Komplex aufl\u00f6sen\u201c mitinitiiert und mitorganisiert. 2019 hat er den Interviewband \u201eDie Macht der Migration\u201c (Unrast) publiziert und 2020 gemeinsam mit Lydia Lierke den Band \u201eErinnern st\u00f6ren\u201c (Verbrecher) herausgegeben.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Frauenfrage als Teil der allgemeinen sozialen Frage \u2013 von Identit\u00e4ts- und Klassenpolitik in linker Bewegungsgeschichte<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Vortrag<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>17.05., 19Uhr, UJZKorn<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Die Debatte um den Primat von Identit\u00e4t und Klasse \u2013 sei es politisch oder auf theoretischer Ebene \u2013 ist \u00e4u\u00dferst polarisiert. Es ist daher hilfreich, genauer hinzusehen: Woher kommt Identit\u00e4tspolitik und was war damit gemeint? Interessierte sich die Arbeiter*innenbewegung nur f\u00fcr geschlechtslose, also m\u00e4nnliche (wei\u00dfe)<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Industriearbeiter? Und ist eine Synthese im Sinne einer \u201eintersektionalen\u201c Klassenpolitik n\u00f6tig oder waren Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung ohnehin nie zu trennen?<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In einem Streifzug durch die letzten 150 Jahre schauen wir uns an, wie ein marxistischer Identit\u00e4tsbegriff aussehen k\u00f6nnte und was das f\u00fcr Emanzipation bedeutet. Mit Clara Zetkin \u00fcber \u201edas Erwachen der Individualit\u00e4t\u201c hin zum Sozialismus beim Combahee River Collective \u2013 es zeigt sich, dass linke Geschichte bei weitem nicht so stereotyp ist, wie in der Debatte um Identit\u00e4ts- vs. Klassenpolitik bisweilen behauptet.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Janette Otterstein ist Sozialwissenschaftlerin und promoviert an der Friedrich-Schiller- Universit\u00e4t Jena zum Verh\u00e4ltnis von Kapitalismus, Rassismus und Sexismus in marxistischer Theorie und Praxis. Sie lehrt an Hochschulen zu Marxismus und Feminismus.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Materialistischer Feminismus in der Bredouille<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Vortrag <\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>21.05., 16 Uhr, Freizeitheim Linden<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Materialistischer Feminismus galt in den letzten Jahren als Gegenst\u00fcck und Kritikfolie zu queerfeministischen Ans\u00e4tzen. Dem einseitigen Beharren auf Identit\u00e4tspolitik wurde die Kritik am neoliberalen Konzept von Identit\u00e4t und am kapitalistischen Patriarchat entgegengehalten, das unerm\u00fcdlich Biologie vergesellschaftet \u2013 zum weitaus gr\u00f6\u00dferen Nachteil derer, die in dieser Gesellschaft zu Frauen werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Heute wird der identit\u00e4tspolitische Feminismus vermehrt von Radikalfeministinnen kritisiert. Sie behaupten, endlich wieder Realit\u00e4t, und zwar in Form von Geschlechtsorganen, in die Debatte um Frauen und M\u00e4nner zu tragen. Wenn Materialismus als Begr\u00fcndung daf\u00fcr herangezogen wird, dass Frauen keinen Penis haben k\u00f6nnten, muss die Frage, was materialistischen Feminismus ausmacht, neu gestellt werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Koschka Linkerhand ist feministische Autorin und Referentin. 2018 erschien der Sammelband \u201eFeministisch Streiten\u201c, 2018 und 2021 die Romane \u201eDie Irrfahrten der Anne Bonnie\u201c und \u201eEin neuer, ein ganz anderer Ort\u201c, 2022 \u201eUm mein Leben. Ein biografischer Bericht\u201c.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum ich nicht mehr \u00fcber den Islam rede<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Lesung<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>23.05, 19Uhr, Conti-Foyer<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Wie es kommt, dass identit\u00e4tspolitische Positionen die Diskriminierung unterdr\u00fcckter Minderheiten \u2013 etwa im Bereich der Kunst und der Literatur \u2013 oft reproduzieren, statt diese zu bek\u00e4mpfen. Dass identit\u00e4tspolitische Debatten, die durch ein hohes Ma\u00df an Emotionalit\u00e4t und Unerbittlichkeit gepr\u00e4gt sind, die Tendenz haben, abweichende Positionen zu d\u00e4monisieren. Dass, dar\u00fcber hinaus, immer absurdere gesellschaftliche und politische Diskurse immer banalere \u201eGegen-Diskurse\u201c produzieren. Und warum er \u00fcber den Islam nicht mehr redet, diese und andere schwierige Fragen versucht der<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Schriftsteller und Psychoanalytiker Sama Maani in seinem neuen Essayband zu beantworten \u2013 und scheut dabei auch vor schwierigen Antworten nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Sama Maani wurde in Graz geboren und wuchs in \u00d6sterreich, Deutschland und im Iran auf. Er studierte Medizin in Wien und Philosophie in Z\u00fcrich. Nach jahrelanger T\u00e4tigkeit als Nervenarzt und Psychoanalytiker arbeitet er heute als Schriftsteller in Wien. Zu seinen Publikationen geh\u00f6ren: \u201eRespektverweigerung. Warum wir fremde Kulturen nicht respektieren sollten. Und die eigene auch nicht\u201c (Essayband 2015), \u201eTeheran Wunderland\u201c (Roman 2018) und \u201eWarum ich \u00fcber den Islam nicht mehr rede\u201c (Essayband 2022). Sein j\u00fcngster Roman \u201eZizek in Teheran\u201c (2021) handelt von einer Revolution der Frauen in der halb-fiktiven \u201eIslamischen Republik Teheran\u201c, ausgel\u00f6st durch einen geheimnisvollen Text, dessen m\u00e4nnliche Leser sich in Frauen verwandeln. In Kooperation mit dem Literarischen Salon Hannover.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nymphe &amp; S\u00f6hne sprechen \u00fcber Identit\u00e4tspolitik<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Podcastfolge<\/strong> <strong>Nymphe &amp; S\u00f6hne <\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>25.05.<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Wow, wer h\u00e4tte das gedacht, eine feministische Memeseite kann sprechen! Und das tun Nymphe &amp; S\u00f6hne jetzt einmal die Woche mit Abdul Chahin und Jean-Philippe Kindler.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In dieser Folge sprechen die beiden \u00fcber Dringlichkeit und T\u00fccken von Identit\u00e4tspolitik. Im Gespr\u00e4ch mit der Community wird es dabei ganz sch\u00f6n kontrovers\u2026<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Intersektionalit\u00e4t \u2013 Geschichte und Kritik<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>30.05., 19 Uhr, <\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Im wissenschaftlichen Diskurs um Diskriminierung aber auch in der Praxis gegenw\u00e4rtiger, vor allem identit\u00e4tspolitisch gepr\u00e4gter, Bewegungen spielt Intersektionalit\u00e4t eine wichtige Rolle. Dieser interaktive Vortrag f\u00fchrt ein in die Entstehungsgeschichte der Intersektionalit\u00e4tstheorie sowie auf dessen Rezeption im deutschsprachigen Raum. Schlagworte wie Standpunkttheorie oder Identit\u00e4ts- und Verb\u00fcndetenpolitik werden dabei erl\u00e4utert und in ihrer politischen Ausgestaltung diskutiert.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Neben der historischen Genese der Intersektionalit\u00e4tstheorie wird diese auch einer kritischen Untersuchung unterzogen: Was genau wird versucht mit dem Konzept der Intersektionalit\u00e4t auszudr\u00fccken? Wo tauchen Probleme auf? Und was bedeutet dies f\u00fcr eine gesellschaftsver\u00e4ndernde politische Praxis?<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Als Ausblick wird ein marxistisches Verst\u00e4ndnis von Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung umrissen, welches sich zum Ziel setzt eine Bewegung aufzubauen, der es gelingt, \u00bballe Verh\u00e4ltnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein ver\u00e4chtliches Wesen ist\u00ab (Karl Marx).<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Eleonora Rold\u00e1n Mend\u00edvil ist Politikwissenschaftlerin und Herausgeberin des Sammelbandes \u201eDie Diversit\u00e4t der Ausbeutung. Zur Kritik des herrschenden Antirassismus\u201c (Dietz Verlag Berlin, 2022). Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Kritik der Politischen \u00d6konomie, Rassismus- und Geschlechterforschung. Sie lebt in Berlin.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading {\"level\":3} -->\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Antisemitismus und BDS entgegentreten \u2013 Widerspr\u00fcche<\/strong> <strong>aushalten<\/strong><\/h3>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Im Zuge der Ank\u00fcndigung unser baldig startenden Veranstaltungsreihe wurde von unterschiedlichen Seiten Kritiken an uns herangetragen, die vorrangig zwei Referent:innen, Eleonora Rold\u00e1n Mend\u00edvil sowie Bafta Sarbo, betrifft. Dabei handelt es sich um Antisemitismusvorw\u00fcrfe, zu denen wir im Folgenden Stellung beziehen und unseren Umgang transparent machen m\u00f6chten.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Hierbei ist vorwegzunehmen, dass wir weder Rold\u00e1n Mend\u00edvil noch Sarbo f\u00fcr genuine Antisemitinnen halten; w\u00e4re dies der Fall, w\u00fcrden wir selbstverst\u00e4ndlich von einer Veranstaltung mit ihnen absehen, auch wenn diese, wie in der hiesigen Reihe, das Themenfeld Nahostkonflikt, in dem die kritisierten Positionen lokalisiert sind, nicht einmal streift. Dennoch sch\u00e4tzen wir von Rold\u00e1n Mend\u00edvil getroffene Aussagen und weiteres Auftreten beider Referentinnen stellenweise als antisemitisch, bzw. anschlussf\u00e4hig f\u00fcr antisemitische Argumentationen ein, weshalb wir dieses kritisieren m\u00f6chten. Dabei setzen wir auf eine solidarische Kritik, die auf Fehleinsch\u00e4tzungen und diskriminierende Inhalte hinweist, anstatt kategorische Ausschl\u00fcsse zu forcieren.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In Interviews bezeichnete Rold\u00e1n Mend\u00edvil Israel als Apartheidstaat, auf einer Demonstration vor sechs Jahren stellte sie lautstark die Forderung einer weiteren Intifada auf, beteiligte sich vorher an einem Musikvideo, dass die gleichen Aussagen beinhaltete und unterst\u00fctzt dar\u00fcber hinaus die BDS-Bewegung, auch wenn keine aktive Beteiligung darin vorliegt. Die an ihr kritisierten Positionen werden auch vom BDS immer wieder hervorgebracht und sind deshalb im Folgenden mit einer Kritik der Organisation zusammengef\u00fchrt. Dabei geht es nicht darum, diese Positionen in G\u00e4nze auszudiskutieren, sondern exemplarisch zu kritisieren, um somit auch unsere Hatlung zum BDS zu verdeutlichen. Hier sei erw\u00e4hnt, dass Sarbo die relativistischen Gleichsetzungen der israelischen Politik zum Apartheidregime nicht teilt oder im Kontext der Demonstrationen bzw. des Musikvideos auftaucht. Die Kritik an ihr bezieht sich vordergr\u00fcndig auf den Kontakt zu BDS-Aktivist:innen sowie die Teilhabe und Unterst\u00fctzung von Aktionen aus diesem Umfeld, was ebenfalls kritisiert werden muss.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Zum Umgang mit BDS liegt bereits ein veraltetes und stellenweise unausgereiftes Papier des AStA vor, das auch in der hiesigen Diskussion bereits aufgegriffen wurde und in wesentlichen Punkten nach wie vor Richtigkeit besitzt. Bei der Bezeichnung Israels als Apartheidstaat handelt es sich um eine relativistische Gleichstellung, die das System der staatlichen \u201eRassentrennung\u201c mit einer demokratischen Gesellschaft auf eine Ebene hebt. Dieser Relativismus hinkt historisch und wird dabei in den Argumentationen immer wieder durch einen vermeintlichen Bezug auf die Antiapartheidkonvention von 1973 zu \u00fcberspielen versucht; es ginge also gar nicht um das s\u00fcdafrikanische System der staatlichen Ungleichmachung. Beide Bezugspunkte widersprechen jedoch der sozialen und rechtlichen Verfassung Israels, was gerade die letzte Argumentation umso instrumenteller erscheinen l\u00e4sst (was nicht bedeutet, dass reale Prozesse von Diskriminierung und Segregation innerhalb der Gesellschaft nicht auch wie in anderen Staaten kritisiert werden d\u00fcrften). Dabei wird bewusst oder unbewusst die Gleichsetzung mit einem rassistischen Regime in Kauf genommen, was nicht nur antisemitischen Agitationen T\u00fcr und Tor \u00f6ffnet, sondern bereits die Frage aufwirft, inwiefern nicht hier bereits ein verdeckter Antisemitismus Teile der Argumentationen hervorbringt (dies steht nicht im Widerspruch dazu, Vergleiche zwischen Staaten und dem Apartheidregime anstellen zu k\u00f6nnen, doch d\u00fcrfen diese nicht in indifferenten Gleichsetzungen m\u00fcnden).<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Der antisemitische Charakter der Boykottbewegung BDS wurde dabei bereits an vielen Stellen ausf\u00fchrlich erl\u00e4utert. Ihre Kampagne fu\u00dft auf einer einseitigen Kritik Israels, in dessen Folge diesem mehrheitlich (insbesondere von K\u00f6pfen der Bewegung) das Existenzrecht abgesprochen wird, weltweit zu einer rassistisch-antisemitischen Kollektivierung von J\u00fcdinnen:Juden beigetragen wird, in dem diese f\u00fcr die Politik des Staates verantwortlich gemacht werden und regelm\u00e4\u00dfig NS-Relativierungen stattfinden. In diesen Praktiken offenbart sich die kalkulierte Ungenauigkeit in den Zielen und Definitionen von BDS (hier sei insbesondere auf das Grundsatzpapier der Bewegung von 2005 verwiesen), welche eine antisemitische Auslegung strukturalisieren. Die Bewegung floriert so zu einem Sammelbecken antisemitischer Anh\u00e4nger:innen aus verschiedenen politischen Spektren und schlie\u00dft an eine lange Geschichte antisemitisch motivierter Boykotte und Aktionen seit der Staatsgr\u00fcndung an. Aus diesen Gr\u00fcnden hatten wir uns der 2019 verfassten Resolution des fzs bez\u00fcglich BDS angeschlossen, an der wir nach wie vor festhalten. Zur weiteren Vertiefung kann bspw. Kirsten Dierolfs Text zu der Thematik im Sammelband \u201eAntisemitismus seit 9\/11. Ereignisse, Debatten, Kontroversen\u201c (2019) oder das CARS Working Paper #005, \u201eDie Israel-Boykott-bewegung BDS und die documenta fifteen\u201c (2022), herangezogen werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><a><\/a> Wir m\u00f6chten uns folglich von den, differierenden, Haltungen der Referentinnen zur BDS-Bewegung bzw. darin beteiligten Aktivist:innen, im Besonderen dar\u00fcber hinaus von Rold\u00e1n Mend\u00edvils Vergleichen Israels mit einem Kolonialstaat und Apartheidregime sowie den Bekundungen zur Intifada, abgrenzen und ihnen eine Reflektion ihrer Positionen hinsichtlich dessen Anschlussf\u00e4higkeit f\u00fcr Antisemitismus nahelegen. Dennoch glauben wir, dass ein konstruktiver Austausch (anstelle von autorit\u00e4rem Ausschluss) m\u00f6glich ist und halten deshalb an einer gemeinsamen Veranstaltung fest. Dabei sei betont, dass eine solche f\u00fcr uns nicht gleichbedeutend mit einer unhinterfragten Zustimmung zu allen Positionen der Referentinnen ist. Wir verstehen unsere Veranstaltungen stattdessen als Diskussionsraum, in dem auch in Widerspruch zueinander getreten werden darf und soll. Zudem m\u00f6chten wir darauf hinweisen, dass weder die Vortr\u00e4ge beider Referentinnen, noch ihr Sammelband \u201eDiversit\u00e4t der Ausbeutung\u201c, auf den sich diese im Wesentlichen st\u00fctzen, den Nahostkonflikt, bzw. die BDS-Bewegung behandeln, die problematisierten Positionen also nicht Gegenstand der Veranstaltungen sind. Sollten doch antisemitische Aussagen get\u00e4tigt werden, sei es von Referent:innen oder Zuh\u00f6rer:innen, gilt das gleiche wie bei allen Veranstaltungen des AStA : Diese werden nicht geduldet und entsprechend konsequent ist der Umgang unserer Moderator:innen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Zuletzt sei noch einmal herausgestellt, dass die Referentinnen mit dem von ihnen herausgegebenen Sammelband einen wichtigen Beitrag im Diskurs um (materialistischen) Antirassismus geleistet haben, welcher ein kritisches Verst\u00e4ndnis gegenw\u00e4rtiger und historischer Rassismen erm\u00f6glicht und klassentheoretische Leerstellen in der gegenw\u00e4rtigen Auseinandersetzung um die Thematik problematisiert und auff\u00fcllt. Ihre Analysen er\u00f6ffnen Perspektiven, die gerade im Zuge einer zunehmenden Kulturalisierung sozialer Ungleichheiten eine besondere Relevanz besitzen. Das aus einer langj\u00e4hrigen Expertise resultierende analytische Handwerk schafft nicht nur f\u00fcr die Erforschung des Rassismus, sondern auch f\u00fcr die Untersuchung anderer Diskriminierungsformen eine fruchtbare Grundlage, weshalb wir eine Besch\u00e4ftigung damit im Rahmen unserer Reihe f\u00fcr sinnvoll erachten. So pl\u00e4dieren wir im Rahmen der Veranstaltungen dazu, die Referentinnen an den notwendigen Stellen zu kritisieren, ihre Inhalte aber lieber kritisch weiterzudenken, anstatt sie g\u00e4nzlich aus dem Diskurs zu verbannen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Auch unabh\u00e4ngig dieses spezifischen Konflikts ist uns bewusst, dass Antizionismus, bzw. eine undifferenzierte und antisemitisch gef\u00e4rbte Kritik am Staat Israel, kein seltenes Ph\u00e4nomen innerhalb der (materialistischen) Linken ist, weshalb wir eine intensivere Auseinandersetzung damit f\u00fcr notwendig erachten. Diese soll im Anschluss an die hiesigen Veranstaltungen erfolgen und in eine kurze, eigene Reihe m\u00fcnden, die, in Zusammenarbeit mit lokalen antisemitismuskritischen Strukturen, \u00fcber Ausformungen, gesellschaftliche Hintergr\u00fcnde und Konsequenzen entsprechender Positionen aufkl\u00e4rt und sinnvolle Umgangsstrategien debattiert. Eine solche Besch\u00e4ftigung halten wir besonders in Anbetracht dessen f\u00fcr unverzichtbar, dass antizionistische Positionen besonderes h\u00e4ufig in migrantisch gepr\u00e4gten und \u00f6konomisch prek\u00e4ren Kontexten verbreitet sind. Eine eindimensionale Einstufung entsprechender Personen als \u201epolitische Feinde\u201c und ihr Ausschluss aus der Debatte w\u00fcrde auf anderen Ebene diskriminierende Dynamiken versch\u00e4rfen und bedarf deshalb im Besonderen eines differenzierteren Umgangs.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Abschlie\u00dfend bedanken wir uns daf\u00fcr, auf die problematischen Positionen der Referentinnen hingewiesen worden zu sein. Gleichzeitig sind wir entt\u00e4uscht \u00fcber die unsolidarische Ver\u00e4u\u00dferung dieser Kritik. Dies bezieht sich einerseits auf den dogmatischen Stil der Vorw\u00fcrfe in Bezug auf die Referentinnen. Andererseits wurde nicht einmal der Versuch unternommen, mit dem AStA konstruktiv \u00fcber die Problematik in Austausch zu treten, bzw. eine R\u00fcckmeldung auf die formulierte Kritik abzuwarten. Dies wundert uns besonders in Anbetracht dessen, dass die Reihe grunds\u00e4tzlich unterst\u00fctzt wird und die antisemitismuskritische Position des AStA bekannt ist. Dass nahezu unmittelbar nach Kontaktierung des AStA ein vorwurfsvolles Statement an unterschiedliche hannoversche Strukturen versendet wird, ist f\u00fcr uns kein Ausdruck einer begr\u00fc\u00dfenswerten Konfliktkultur.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Hier w\u00fcnschen wir uns mehr Geduld und Ambiguit\u00e4tstoleranz, wie wir sie erfreulicherweise im Austausch mit anderen linken Strukturen in den letzten Wochen erfahren haben. So sei zuletzt noch in Bezug auf den Vorwurf, die hannoversche Linke w\u00fcrde die Pr\u00e4senz antisemitischer Referentinnen ignorieren, erwidert, dass ein Konflikt auch anders verlaufen kann als in Form \u00f6ffentlicher Vorw\u00fcrfe und Schuldzuweisungen. So hat die F\u00e4higkeit dieser Strukturen, Widerspruch auszuhalten und produktiv auszutragen, \u00f6ffentliche Schlammschlachten vermeiden k\u00f6nnen, was die Bedingung f\u00fcr eine fruchtbare Debatte ist, von der, in letzter Konsequenz, auch den Betroffenen diskriminierender Positionen am meisten geholfen ist.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Wir freuen uns auf eine konstruktive und spannende Veranstaltungsreihe mit Euch, in dessen Rahmen wir debattieren und kritisieren wollen \u2013 kommt vorbei!<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Identifizierung, Identit\u00e4t, Nicht-Identisches: Psychoanalytische \u00dcberlegungen zum Identit\u00e4tsdenken auf dem Feld der Sexual- und Geschlechterpolitik<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Vortrag<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>01.06, 19Uhr, Elchkeller<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ank\u00fcndigung: Der Vortrag wird unterschiedliche psychoanalytische Perspektiven auf den Begriff der Identit\u00e4t und verwandte Konzepte wie Identifizierung, Ich-St\u00e4rke oder Identit\u00e4tsdiffusion vorstellen. Zentrale Bezugspunkte werden neben dem Werk Freuds \u2013 in dem der Identit\u00e4tsbegriff (fast) gar nicht vorkommt \u2013 der Ich-psychologische Ansatz Erik Erikson, die allgemeine Verf\u00fchrungstheorie Jean Laplanches sowie j\u00fcngere Diskussionen \u00fcber fragmentierte Identit\u00e4ten in der Postmoderne sein. Vor diesem Hintergrund wird dann skizziert, wie sich identit\u00e4re W\u00fcnsche in die Politik \u00fcbersetzen. Exemplarisch soll dies am Identit\u00e4tsdenken auf dem Feld der Sexual- und Geschlechterpolitik veranschaulicht werden.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Aaron Lahl ist Psychologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der International Psychoanalytic University Berlin und Redakteur der psychoanalytischen Zeitschrift RISS. Er besch\u00e4ftigt sich vor allem mit sexualwissenschaftlichen und geschlechtertheoretischen Fragen und arbeitet zu verschiedenen Themen in den Bereichen der theoretischen Psychoanalyse, der Geschichte der Psychoanalyse und der Kritischen Theorie.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:heading -->\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pride<\/h2>\n<!-- \/wp:heading -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>Filmabend <\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p><strong>04.06, 20 Uhr, Kino im Sprengel<\/strong><\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>1984 macht sich eine Gruppe aus der Londoner Schwulen- und Lesbenszene in das walisische Dorf Onllwyn auf, um die streikenden Bergarbeitenden zu unterst\u00fctzen. Schlie\u00dflich leiden die so unterschiedlichen Gruppen beide unter der restriktiven Politik der Thatcher-Regierung und den \u00dcbergriffen der Polizei. Die Hauptst\u00e4dter wollen ihre praktische Solidarit\u00e4t mit den streikenden Minenarbeitern bekunden, werden zun\u00e4chst jedoch nicht mit offenen Armen empfangen.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>Ein Ann\u00e4herungsprozess auf Basis der geteilten Erfahrung gesellschaftlichen Leids schafft schlie\u00dflich eine solidarische und k\u00e4mpferische Allianz.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->\n\n<!-- wp:paragraph -->\n<p>In Kooperation mit dem Kino im Sprengel.<\/p>\n<!-- \/wp:paragraph -->","_de_post_name":"its-all-about-identity-kritisches-ueberlegen-zum-verhaeltnis-von-identitaet-politik","_de_post_excerpt":"","_de_post_title":"it\u2019s all about identity?! \u2013 Kritisches \u00dcberlegen zum Verh\u00e4ltnis von Identit\u00e4t &amp; Politik","_en_post_content":"","_en_post_name":"","_en_post_excerpt":"","_en_post_title":"","_es_post_content":"","_es_post_name":"","_es_post_excerpt":"","_es_post_title":"","edit_language":"es","footnotes":""},"categories":[10],"tags":[],"class_list":["post-9073","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-termine"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9073","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9073"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9073\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9085,"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9073\/revisions\/9085"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9089"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}