{"id":7482,"date":"2021-04-26T14:23:22","date_gmt":"2021-04-26T12:23:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.asta-hannover.de\/?p=7482"},"modified":"2021-04-26T14:23:22","modified_gmt":"2021-04-26T12:23:22","slug":"","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/asta-hannover.de\/es\/vortragsreihe-who-protects-us-from-you-kritik-an-der-polizei-und-warum-das-nicht-reicht\/","title":{"rendered":"","raw":""},"content":{"rendered":"","protected":false,"raw":""},"excerpt":{"rendered":"","protected":false,"raw":""},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_de_post_content":"Polizei an Universit\u00e4ten\u00a0und Schulen, das ist eigentlich schon Alltag\u00a0\u2013\u00a0genauso wie die t\u00e4glichen\u00a0Berichte von rassistischen\u00a0Polizist*innen\u00a0und rechtsextremen Netzwerken. Ja, alles ganz normal? Nein!\u00a0Deswegen organisieren wir, Fachrat SoWi und\u00a0AStA der Uni Hannover, aus aktuellem Anlass und als kritische Alternative, eine \u00f6ffentliche Veranstaltungsreihe \u00fcber kritische Perspektiven auf die Institution Polizei. Wie sollen institutionalisierte Verletzungen als solche ausgemacht und delegitimiert werden, wenn dadurch gerade der eigene Sicherungsauftrag gef\u00e4hrdet wird? Wie\u00a0k\u00f6nnen\u00a0rassistische Handlungen und F\u00e4lle von Polizeigewalt,\u00a0sowie Machtmissbrauch als strukturell\u00a0und\u00a0institutionalisiert\u00a0erkannt werden?\nUnd \u00fcberhaupt:\u00a0Wie soll das gehen mit der freien Lehre, wenn Studierende mit Rassismus und Gewalt durch\u00a0Polizist*innen\u00a0konfrontiert sind und dann auf einmal einer\u00a0als Dozent vor ihnen steht? Polizist*innen haben in der universit\u00e4ren Lehre nichts zu suchen, denn ohne eine grundlegende Distanz zu Herrschaftsstrukturen ist die selbstbestimmte Lehre gef\u00e4hrdet.\nWir laden euch ein, sich kritisch mit der Institution Polizei auseinanderzusetzen und zusammen\u00a0die\u00a0Polizei und staatliche Repressionen zu hinterfragen.\u00a0Von Mai bis Juni 2021 besch\u00e4ftigen wir uns in verschiedenen Formaten mit\u00a0der Geschichte der Polizei,\u00a0rechtsextremen Strukturen\u00a0in der\u00a0Polizei,\u00a0mit\u00a0Rassismus\u00a0und\u00a0Polizeigewalt\u00a0bis hin zu\u00a0Alternativen zu Polizei, Knast\u00a0&amp;\u00a0Strafe\u00a0sowie\u00a0mit\u00a0M\u00f6glichkeiten\u00a0zum Selbstschutz. Wir wenden uns ausdr\u00fccklich nicht nur an Studierende:\u00a0Alle sind willkommen, au\u00dfer\u00a0diskriminierendes Verhalten\u00a0jeglicher\u00a0Art.\u00a0Weitere Informationen und einen genauen \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen Themen -sowie in K\u00fcrze auch die Links zu den facebook-Veranstaltungen \u2013 findet ihr hier. Aktuelle Infos findest du au\u00dferdem auf den Kan\u00e4len des AStA Uni Hannover bei\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/astahannover\/\">facebook\u00a0<\/a>und\u00a0<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/asta_unihannover\/?hl=de\">instagram<\/a>\u00a0und auf unseren Kan\u00e4len des Fachrat SoWi.\n\n&nbsp;\n\n<a href=\"https:\/\/test.asta-hannover.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/photo_2021-04-26_14-03-50-1.jpg\"><img class=\"wp-image-7476 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.asta-hannover.de\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/photo_2021-04-26_14-03-50-1024x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"521\" height=\"521\" \/><\/a>\n\n&nbsp;\n\n<strong>04.05. 19:00 Uhr \u2013 Polizeikritik mit dem Ignite! - Kollektiv\n<\/strong>Infolge der Ermordung mehrerer People of Color durch Polizist:innen Anfang 2020 in den USA sind rassistische Polizeigewalt und Forderungen nach Reform bzw. R\u00fcckbau der Polizei weltweit in den Fokus politischer und medialer Auseinandersetzungen ger\u00fcckt. Klar wurde dabei einmal mehr:F\u00fcr viele Menschen \u2013 People of Color, Queers, Drogennutzer:innen, Sexarbeiter:innen, Menschen ohne festen Wohnsitz und legalen Aufenthaltstitel, kriminalisierte oder von der\n\nPolizei traumatisierte Menschen \u2013 ist die Polizei eben nicht \u201eFreund und Helfer\u201c, sondern Quelle systematischer Diskriminierung und Gewalt. Wir wollen daher einenBlick auf Entstehung und Ideologie der Polizei werfen, verschiedene Str\u00e4nge von Kritik an der Institution Polizei \u2013historisch-antirassistisch, antipatriarchal, ideologiekritisch,antimilitaristisch\u2026 \u2013 aufzeigen und uns grundlegender fragen, was f\u00fcr uns \u201eGewalt\u201c, was \u201eSicherheit\u201c bedeutet.\n\n&nbsp;\n\n<strong>11.05. 19:00 Uhr \u2013 Sicherheit f\u00fcr wen? Zur Kritik der Polizei mit Eric von D\u00f6mming\n<\/strong>Die Polizei ist in der Krise. Die letzten Jahre haben diverse Missst\u00e4nde einer Institution offengelegt, deren eigentliche Aufgabe es nach dem Verst\u00e4ndnis der meisten Menschen sein sollte, f\u00fcr Sicherheit zu sorgen. Doch wessen Sicherheit gew\u00e4hrleistet die Polizei eigentlich? Und welche Ordnung setzt sie \u2013 gewaltsam \u2013 durch? Anders gefragt:Welche Funktion hat die Polizei f\u00fcr die bestehende Gesellschaftsordnung und welche Herrschaftsmechanismen werden von ihr best\u00e4ndig reproduziert?\u00a0Angesichts verschiedener Skandale um rassistische Vorf\u00e4lle in der Polizei stellen sich diese Fragen mehr denn je und so sind in den letzten Jahren verschiedene Bewegungen aufgekommen, die fordern, der Polizei systematisch Mittel zu streichen oder sie gar ganz abzuschaffen. Wie k\u00f6nnten solche Forderungen in der Umsetzung aussehen und was k\u00f6nnte man mit dem Geld anfangen, das man bei der Polizei einspart.\n\n<strong>18.05. 19:00 Uhr - NSU WATCH zum Zusammenhang von Staat, Polizei und NSU\n<\/strong>.tba\n\n<strong>25.05. 18 Uhr - Militarisierung der Polizei mit Martin Kirsch\n<\/strong>Das Begriffspaar von Militarisierung und Polizei taucht in den Texten deutscher Leitmedien seit den Unruhen in Ferguson 2014 regelm\u00e4\u00dfig auf. Allerdings immer im Kontext rassistischer Polizeigewalt und der Aufr\u00fcstung des Sicherheitsapparates in den USA. Dort arbeiten Wissenschaftler*innen bereits seit den 1990er Jahren zur Aufr\u00fcstung der Polizei und deren gesellschaftlichen Folgen. So wie die deutschen Polizeibeh\u00f6rden \u2013 in Abgrenzung zu den USA \u2013 in den hiesigen Medien explizit nicht mit dem Begriff der Militarisierung in Verbindung gebracht werden, tut sich auch die wissenschaftliche Community hierzulande schwer, die Aufr\u00fcstung des Sicherheitsapparates nach milit\u00e4rischem Vorbild zu erkennen und zu benennen. Analysiert mit den gleichen Methoden, wie sie in den USA entwickelt wurden, l\u00e4sst sich jedoch, sp\u00e4testens seit den Anschl\u00e4gen von 2015 und 2016, eine Aufr\u00fcstungswelle in den deutschen Polizeibeh\u00f6rden nachweisen. Die Polizei r\u00fcstet nicht ab \u2013 sie r\u00fcstet auf. Die Strukturen, die Einsatzverfahren und das Selbstbild werden nicht ziviler \u2013 sondern milit\u00e4rischer.\n<div class=\"o9v6fnle cxmmr5t8 oygrvhab hcukyx3x c1et5uql\">Martin Kirsch ist Mitarbeiter der Informationsstelle Militarisierung (IMI) und besch\u00e4ftigt sich mit Militarisierungstendenzen in der Innen- und Au\u00dfenpolitik.\n\n<\/div>\n<strong>01.06. 19:00 Uhr \u2013 Der Hannibal-Komplex \u2013 ein militantes, rechtes Netzwerk in Bundeswehr und Polizei mit Luca Heyer\n<\/strong>Seit 2017 tauchen immer neue Details \u00fcber ein militantes, rechtes\u00a0Netzwerk in Bundeswehr und Polizei auf, das Waffendepots anlegt,\u00a0Feindeslisten anfertigte und sich auf die Ermordung politischer\u00a0Gegner*innen an einem \u201eTag X\u201c vorbereitete. In diesem Zusammenhang f\u00e4llt\u00a0immer wieder das Stichwort \u201eSchattenarmee\u201c \u2013 und das wohl zu Recht. Das\u00a0Netzwerk besteht aus mehreren Zellen, die durch verschiedeneChatgruppen, den Verein UNITER e.V. und dessenlangj\u00e4hrigen Vorstand\u00a0Andr\u00e9 S. (Deckname: \u201eHannibal\u201c), einen ehemaligen Elitesoldaten,\u00a0miteinander verbunden sind. Und das ist wom\u00f6glich nur die Spitze des\u00a0Eisbergs. Im Zentrum des Netzwerkes steht Andr\u00e9 S., der als F\u00fchrungsperson desVereins UNITER und Administrator diverser Chatgruppen in direktemKontakt zu s\u00e4mtlichen Protagonisten des Netzwerks stand. Darunter fallender unter Terrorverdacht stehende Soldat Franco A., eine Gruppe vonrechten Preppern aus Polizei und Reservistenverband inMecklenburg-Vorpommern und der baden-w\u00fcrttembergischeVerfassungssch\u00fctzer Ringo M., ebenfalls ehemaliger Polizist, der in der\u00a0selben Polizeieinheit wie das NSU-Opfer Michele Kiesewetter gearbeitet\u00a0hat. Nach Ansicht der Bundesregierung ist das rechte Netzwerk, das auchals Hannibal-Komplex bezeichnet wird, kein Netzwerk, sondern eine Serie\u00a0von Einzelf\u00e4llen. In dem Vortrag wird gezeigt, dass es sich keineswegs um Einzelf\u00e4llehandelt, sondern um ein weit verzweigtes, gut organisiertes und\u00a0hochgef\u00e4hrliches Netzwerk mit besten Verbindungen in dieSicherheitsbeh\u00f6rden, die Parlamente und Geheimdienste, das durch\u00a0\u201eHannibal\u201c, den Verein UNITER und mehrere Chatgruppen zusammengehalten wird. Vortrag und Diskussion mit Luca Heyer, dem Autor der Studie \u201eDerHannibal-Komplex\u201c von der Informationsstelle Militarisierung e.V. (IMI)aus T\u00fcbingen\n\n<strong>08.06. 19:00 Uhr \u2013 Workshop: zu security culture &amp; (digitale) Selbstverteidigung vom ignite!-Kollektiv\n<\/strong>Um unsere Strukturen zu sch\u00fctzen und Repression und \u00dcberwachung durch Staat, Konzerne, Faschist*innen und andere abzuwehren, wurde das Konzept der Security Culture entwickelt. Es geht dabei nicht nur darum Ger\u00e4te und Emails zu verschl\u00fcsseln, sondern Sicherheit als ein ganzheitliches Konzept zu erkennen, dass neben digitaler Sicherheit auch soziale und physische Aspekte betrachtet. Sicherheit ist viel mehr als Verschl\u00fcsselung und kann nicht einfach eingekauft werden, egal was Euch Anbieter alles versprechen. Daher ist dies keine Kryptoparty, sondern eine politische Analyse von \u00dcberwachung und Repression und deren Zielen. Der Workshop stellt daher die Idee Security Culture vor und bietet praktische Tipps und konkrete Beispiele, wie ihr Euch gegenrepressive Angriffe wehren k\u00f6nnt. Von Risikoanalyse \u00fcber Spitzel bis Verschl\u00fcsselung soll ein Einblick in die Gefahren von Repression und M\u00f6glichkeiten zur Gegenwehr gegeben werden.\n\n<strong>15.06. 19:00 Uhr \u2013 selbstorganisierte Kontrolle und Rassismus in der Justiz mit Justizwatch\n<\/strong>.tba\n\n<strong>22.06. 19:00 Uhr \u2013 Alternativen zu Strafe: Restorative Justice mit Rehzi Malzahn\n<\/strong>Dass wir strafen, erscheint uns als Selbstverst\u00e4ndlichkeit. Manchmal erf\u00fcllt sie uns mit Unbehagen, aber wirklich in Frage stellen wir sie nicht. Dabei ist Strafe ist ein wichtiger Bestandteil von Herrschaft. Sie bedarf Institutionen, die sie erm\u00f6glichen und ausf\u00fchren (Gerichte, Gef\u00e4ngnisse, Polizei) und sie setzt die herrschenden Regeln durch. W\u00e4hrend einzelne Institutionen der Strafe (wie z.B. das Gef\u00e4ngnis oder auch die Z\u00fcchtigung in der Schule) konjunkturell kritisiert werden, ist die Kritik der Strafe selbst eine Seltenheit. Auch die Revolutionsversuche des 20. Jahrhunderts kamen ohne Strafkritik aus, vielmehr wurden oft sogar drakonische Strafsysteme praktiziert. Es geht jedoch auch anders. In antikolonialen Befreiungsk\u00e4mpfen, indigenen Kulturen und marginalisierten Communities finden sich jedoch eine Menge Verfahren der \u00bbUnrechtsbew\u00e4ltigung\u00ab oder\u00bbGerechtigkeitsfindung\u00ab, die den Weg f\u00fcr einen emanzipatorischen Umgang weisen k\u00f6nnen. Als \u00bbRestorative Justice\u00ab und \u00bbTransformative Justice\u00ab werden sie heute auch in wei\u00dfen Mehrheitsgesellschaften diskutiert. Dass sie jedoch nach wie vor nur marginal angewandt werden, liegt auch daran, dass sie au\u00dferhalb der Fachkreise unbekannt sind und es keine gesellschaftliche Bewegung gibt, die sie praktiziert und einfordert. Das gilt es zu \u00e4ndern, denn die Frage, wie mit problematischem Verhalten und Gewalt umgegangen werden kann, stellt sich auch angesichts von \u00dcbergriffen innerhalb linker Communities heute dringend.\u00a0Rehzi Malzahn hat im Herbst 2018 beim \u00bbSchmetterling Verlag\u00ab den Sammelband \u00bbStrafe und Gef\u00e4ngnis. Theorie, Kritik, Alternativen. Eine Einf\u00fchrung\u00ab herausgegeben. Sie hat sich viele Jahre an der Anti-Knast-Demonstration zu Sylvester in K\u00f6ln beteiligt und arbeitet seit l\u00e4ngerer Zeit zu verschiedenen Formen gewaltarmer Konfliktbew\u00e4ltigung, darunter auch im Kontext von \u00bbJustiz\u00ab (Strafabolitionsmus).\n\n<strong>29.06. 19:00 Uhr \u2013 Svenja Keitzel zu \u201ewhen I see police [\u2026] I see trouble\u201c \u2013 Grenzziehungsprozesse und allt\u00e4gliche Polizeipraxis im urbanen Raum\n<\/strong>.tba\n\n<strong>06.07. 19:00 Uhr \u2013 Community Accountability und Transformative Justice mit Marie-Theres Piening\n<\/strong>.tba\n\n&nbsp;","_de_post_name":"vortragsreihe-who-protects-us-from-you-kritik-an-der-polizei-und-warum-das-nicht-reicht","_de_post_excerpt":"","_de_post_title":"Vortragsreihe: Who protects us from you? 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